Posts mit dem Label Beirksrathaus werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Beirksrathaus werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 10. Juli 2021

Bezirksrathaus in Stuttgart-Stammheim

Das Rathaus soll zum Aushängeschild werden

4,2 Millionen Euro sollen in die Modernisierung des denkmalgeschützten Gebäudes gesteckt werden. Foto: Bernd Zeyer
4,2 Millionen Euro sollen in die Modernisierung des denkmalgeschützten Gebäudes gesteckt werden. Foto: Bernd Zeyer

Seit dem Frühjahr läuft die Sanierung des Stammheimer Rathauses. Da das Gebäude aus dem Jahr 1908 während der Planungen für den Umbau unter Denkmalschutz gestellt worden war, hat sich das Projekt verteuert und verzögert.

Stammheim - Seit Frühjahr steht fest, dass das Stammheimer Rathaus endlich saniert werden kann (wir berichteten). Nun haben Veronika App vom Hochbauamt und Josef Ruf vom Architekturbüro „Dimension 5“ Details über das Bauvorhaben im Bezirksbeirat vorgestellt.

„Was lange währt, wird endlich gut“, sagte Bezirksvorsteherin Susanne Korge, nachdem App und Ruf ihre Vorträge beendet hatten. Nicht zuletzt der Beharrlichkeit Korges ist es zu verdanken, dass das im Jahr 1908 erbaute Gebäude umfassend saniert werden kann und es kein Flickwerk geben wird. Das hat seinen Preis: 4,2 Millionen Euro werden in das Projekt gesteckt, ursprünglich war von 2,85 Millionen Euro die Rede gewesen. „Zwischendurch hat uns der Denkmalschutz überfahren“, brachte Architekt Josef Ruf das Hauptproblem auf den Punkt. Während der Planungsphase war das Gebäude unter Denkmalschutz gestellt worden, das hatte Auswirkungen auf den Finanzierungs- und den Zeitplan (aktuell ist die Fertigstellung für April 2022 vorgesehen).

Das Gebäude stammt aus dem Jahr 1908

Komplett saniert werden muss das Dach, das Tragwerk bleibt erhalten. Der Uhrenturm bekommt eine neue Eindeckung, die Uhr bleibt dank moderner Digitaltechnik funktionsfähig. An der Fassade wurde Putz aus dem Jahr 1908 entdeckt, er soll freigelegt und aufgearbeitet werden. Außentüren, Fenster und Fenstergitter werden ausgetauscht, die historischen Innentüren werden repariert. Besonders im Fokus des Denkmalschutzes stehen das Treppenhaus und die Vorflure, das 1. OG sowie der Trauraum, dort wird eine Klimaanlage eingebaut. Wände, Decken und Böden im gesamten Gebäude werden aufgearbeitet. Die Elektrotechnik wird ebenso erneuert wie die Heizungsanlage, die künftig von Pellets befeuert wird. Auf der Südwestseite (dort stand bislang eine angebaute Scheune, die abgebrochen wurde) bekommt das Haus bis zum 2. OG einen Außenaufzug. Wegen des Denkmalschutzes kann er nicht höher gebaut werden, fürs Dachgeschoss wird innen ein kleiner Lift installiert.

Auch die Außenanlagen werden erneuert

Auch die Außenanlagen werden neu gestaltet, sie orientieren sich an der östlich angrenzenden Freifläche und der Stadtteilbibliothek. Die Parkplätze werden neu geordnet, eine neue Kastanie soll gepflanzt werden. Für Drahtesel soll es eine Reparaturstation geben, zudem werden die baulichen Voraussetzungen für E-Ladestationen geschaffen.

Seitens der Bezirksbeiräte gab es viel Lob für das Projekt. „Das Rathaus wird ein Aushängeschild für Stammheim“, sagte Judith Vowinkel von der SPD und erntete allgemeines Kopfnicken.

Quelle

Dienstag, 29. Januar 2019

Bezirksrathaus in Stuttgart-Stammheim

Historisches Uhrwerk im Rathaus zeigt seine Zähne

Zwei Stockwerke unter dem Uhrenturm trafen sich Susanne Korge, Klaus Lang, Martin Hechinger, Uwe Eisenhart, Helga Fischer und Falk Falkenburg (v.l.)  zur Präsentation der instandgesetzten Mechanik im Rathaus. Foto: Martin Hechinger,  Chris Lederer, Georg Kemmler
Zwei Stockwerke unter dem Uhrenturm trafen sich Susanne Korge, Klaus Lang, Martin Hechinger, Uwe Eisenhart, Helga Fischer und Falk Falkenburg (v.l.) zur Präsentation der instandgesetzten Mechanik im Rathaus. Foto: Martin Hechinger, Chris Lederer, Georg Kemmler
Der Mechanismus der Turmuhr von 1908 ist wieder gangbar und sichtbar gemacht worden – dank des Bürgervereins und Spendern.
Stammheim - Die großen Ziffernblätter mit den vergoldeten Zeigern auf dem Rathausturm kennt in Stammheim jeder. Weit weniger bekannt ist das technische Meisterwerk, das den Zeitmesser über viele Jahrzehnte angetrieben hat. Verborgen in einem kleinen Holzverschlag auf dem Dachboden des Rathauses fristete das Räderwerk ein Schattendasein, und es wäre wohl alsbald auf dem Schrott gelandet – hätte sich der Bürgerverein nicht für dessen Erhalt eingesetzt.

Aufwändige Mechanik mit rund 400 Teilen

Auf Initiative von Martin Hechinger wurde die aufwändige Mechanik abmontiert, restauriert, auf einen Eichenbock montiert und in einer Vitrine platziert. Seit Montag ist sie im Obergeschoss des Rathauses zu besichtigen. Bei der kleinen Einweihungsfeier waren neben Bezirksvorsteherin Susanne Korge und Martin Hechinger auch Helga Fischer vom Heimatverein, Klaus Lang vom Bürgerverein sowie der Stammheimer Uwe Eisenhart von der gleichnamigen Turmuhrenbau-Firma mit der Partie. Eisenharts Großvater Eugen hatte die Uhr 1908 im Rathausturm montiert. „Das Uhrwerk mit seiner umlaufenden Kette ist etwas Schönes und etwas Besonderes“, sagte Eisenhart am Montag. Auf rund 400 Teile schätzt er die Mechanik mit Walzen, Achsen und Zahnrädern, die das Herzstück des Zeitmessers bildet. Daneben gab es unter anderem auch ein Schlagwerk, dessen kleinere Glocke jeweils viertelstündlich schlug, während die Große die vollen Stunden anzeigte. Nötig war außerdem ein komplexes Umleitsystem über zwei Stockwerke mit Pendelgewichten, Seilen und Rollen. Die Antriebskraft wurde über die Pendel ins Uhrwerk übertragen und durch Getriebe von dort in den Turm hochgeleitet – zu den Glocken und Zeigern.

24 Stunden Gangreserve

„Das Uhrwerk musste täglich mit einem Hebel von Hand aufgezogen werden und hatte eine Gangreserve von 24 Stunden“, erklärt Eisenharts Mitarbeiter Falk Falkenburg, der das Stammheimer Uhrwerk gereinigt und wieder in Stand gesetzt hat. „Es könnte theoretisch die nächsten 150 Jahre laufen.“ Muss es aber nicht. Denn seit den 1990er Jahren ist die alte Mechanik durch ein modernes, wartungsfreies Fassaden-Motorzeiger-Triebwerk ersetzt worden, gesteuert durch eine zentrale Funkuhr.

Ausgestellt im Rathaus

„Das Uhrwerk bedeutet für mich ein Stück Identität zum Stadtbezirk, diesen Wert wollte ich der Öffentlichkeit wieder zugänglich machen“, sagt Hechinger, langjähriger Vorsitzender des Bürgervereins, und betont: „Das war nur möglich dank der Unterstützung zahlreicher Spender.“ Insgesamt waren etwas mehr als 3000 Euro notwendig, um das Projekt zu verwirklichen. Einen Beitrag dazu leistete der Bezirksbeirat aus seinem Budget, ebenso wie die „wtv Württemberger Medien GmbH“ und die beiden örtlichen Heimat- und Bürgervereine. Das Geld wurde für die beleuchtbare Glasvitrine, den Uhrenbock aus Holz und die Instandsetzungsarbeiten verwendet. Martin Hechinger will mit derartigen Projekten den Wert der Heimat sichtbar und erlebbar machen: „Wir tun das in dem Wissen, dass es sich bei denkmalgeschützten Anlagen um ein Kulturgut unserer Heimat handelt.“
Das Uhrwerk kann zu den üblichen Öffnungszeiten des Bezirksrathauses an der Kornwestheimer Straße 5 im ersten Stockwerk besichtigt werden. 

Quelle

Aushangfahrplan Korntal


Neuer Bildband Stammheimer Ansichten